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«Gemeinsam ein Stück Stadt machen»

Arealentwicklung Neugasse, Zürich

Auftraggeber:in

SBB Immobilien AG, Development Zürich

Projektdauer

seit

2015

bis

2018

Zusammenarbeit

Markus Schaefer und Mélanie Jeannet, Hosoya Schaefer Architekten AG, Zürich

Christian Salewski, Simon Kretz, Felix Ledergerber und Louis Wangler, Christian Salewski & Simon Kretz Architekten GmbH, Zürich

Robin Winogrond und Lukas Schweingruber, Studio Vulkan Landschaftsarchitektur GmbH, Zürich

Markus Bieri, Désirée Stalder und Didier Lindegger, Freiraumarchitektur GmbH, Luzern

Stefan Seydl, Porta AG, Zürich

Marcel Muri und Sabine Friedrich, KEEAS Raumkonzepte AG, Zürich

Gaby Wyser und Olivier Roos, Weissgrund AG, Zürich

Norina Schenker und Monika Hofmann, Offene Jugendarbeit OJA Kreis 5 & Planet 5, Zürich

Arealentwicklung Neugasse, Zürich

Das Reparaturzentrum Depot G an der Neugasse in Zürich wird von der SBB künftig nicht mehr benötigt. Die SBB AG planen für diesen Ort ein «neues Stück Stadt», das den Menschen zugutekommt. 2017 und 2018 wurde in einem umfangreichen partizipativen Planungsverfahren ein städtebauliches Konzept für das Areal erarbeitet. Wir konzipierten das Verfahren, organisierten die Workshop- und Dialogveranstaltungen, moderierten den Partizipationsprozess, übersetzten die Ergebnisse für die Planung und brachten die stadtsoziologische Expertise ins Planungsteam.

Zukunftsbilder entwerfen und ins Modell setzen

Im partizipativen Planungsverfahren arbeiteten je zwischen 80 und 200 Personen in sechs öffentlichen Grossgruppen-Workshops mit einem Planungskollektiv an einer gemeinsamen Ausrichtung für die künftige Funktion und Bebauung des Areals. Angelehnt an die Idee einer Charette wurden die ersten drei Workshops innerhalb von zehn Tagen durchgeführt: die Erarbeitung von Zukunftsbildern, die Planungswerkstatt, bei der die Zukunft im Modell gebaut wurde, und das Entwerfen von Leitideen. Für alle Beteiligten war das anforderungsreich und inspirierend zugleich. Deutlich trat hervor, welche Dichte an Dimensionen und Themen in einem solchen Fall zu beachten sind.

Wichtig für unsere Arbeit zur Stadtentwicklung ist das Zusammenführen und zeitgleiche Arbeiten mit den drei Dimensionen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Es basiert auf dem Prinzip der «urban governance» als Steuerungsform im Gemeinwesen. Idealtypisch meint dies für Prozesse der baulichen oder auch sozialen Entwicklung: Alle Akteure, also Verantwortliche, Betroffene und Interessierte, verstehen sich als Teil des Gemeinwesens. Sie suchen Lösungen konsensual und bestimmen zusammen, wie Vorteile und Nachteile einer Entwicklung ausgeglichen werden. Sie bedienen sich dazu neuer Formen der Prozessgestaltung und nutzen Instrumente der Teilhabe und der Aushandlung. Aufgaben und Rollen bestimmen sie vorgängig, gestalten die Zusammenarbeit transparent und berücksichtigen Rahmenbedingungen und gemeinsam getroffene Entscheide. Exemplarisch konnten wir eine Annäherung an diese Art des Vorgehens im Projekt zur partizipativen Quartierserweiterung Neugasse in Zürich zeigen.

Öffentliche Beteiligung als neuer Weg

Zurzeit steht im Projekt Neugasse eine politische Aushandlung im Vordergrund. Im Laufe des gemeinsamen Prozesses hat sich herauskristallisiert, dass es um die Auseinandersetzung geht, welche ökonomischen Verwertungsvorgaben mit welcher Eigentümerschaft am Ort gelten sollen. Es geht also um das formale Aushandeln von Machtverhältnissen zwischen Eigentümerschaft, politischen Parteien, einem Verein und dem Stadtrat. Die Machtpositionen dieser Akteure müssen sich nun beweisen. Auch das ist Teil von «Stadt gemeinsam machen». In diesem Verfahren jedenfalls sind die SBB neue Wege gegangen. Die öffentliche Beteiligung soll auch in den nächsten Planungsphasen aktiver Bestandteil der Arealentwicklung bleiben.

Ansprechperson SBB AG: Barbara Zeleny, Immobilien Development

Alle Fotos SBB AG, © Thomas Egli, Zürich